Archiv für umgedichtet

Handschuh

Posted in Fotografie betextet with tags , on 22. Februar 2011 by (S)

(S)

Mir fehlt mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
mir fehlt mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf – hey!

Wenn du im Winter durch die Landschaft gehst
und dann ein blauer Fleck im Wind verweht:
Das ist mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
das ist mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf.

Ich wollte immer wissen:
wo geh’n die Kulis hin,
die Socken und Handschuhe,
die ich bei mir nicht find.
Die Frage aller Fragen
Verlust und Recycling,
Das Finden und das Suchen
ergab so wenig Sinn.

Ich ging zum Fundbüro hin,
denn die sind ja vom Fach,
man sagte mir nur höhnisch:
„Nun halt den Ball mal flach.
Das ist doch nur ein Handschuh,
drum mach hier nicht so’n Krach,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
ach je, dass ich nicht lach!“

Hey!

Da kamen mir die Zweifel,
ob ich’s aufgeben sollt,
der Handschuh war von Wolfskin,
und ich hab mich getrollt.
Die linke Hand ist blau nun,
vor Kälte und vor Schmerz,
so blau als wär noch immer
der Handschuh dran – welch Scherz.

Mir fehlt mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
mir fehlt mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf – hey!

Wenn du im Winter durch die Landschaft gehst
und dann ein blauer Fleck im Wind verweht:
Das ist mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
das ist mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf.

(L)

[Mit besten Grüßen an Die Kassierer: Das Leben ist ein Handschuh]

Advertisements

Mein kleiner Heuschnupfen

Posted in Gedicht bebildert with tags , , , on 18. Juli 2010 by (L)

Pollen im Garten,
so tausend Arten
von Birke, Hasel und auch Nessel.
Und ich bin heute
die beste Beute:
sie lassen meine Nase nässen!

Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro.
Ich will so gern nach draußen,
ich kann nicht aus dem Haus,
hollari, hollari, hollaro.
Und wenn ich’s mal versuche, dann kommt sogleich die Buche
und macht mit ihrem Blütenstaube Hausbesuche!
Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro!

Anti’stamine
verweigern Dienste
und wirken bei mir nicht die Bohne.
Ich weiß nicht weiter,
das ist nicht heiter,
denn jeder weiß: es geht nicht ohne!

Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro.
Ich will so gern nach draußen,
ich kann nicht aus dem Haus,
hollari, hollari, hollaro.
Und wenn ich’s mal versuche, dann kommt sogleich die Buche
und macht mit ihrem Blütenstaube Hausbesuche!
Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro!

Desensibili-
sierung? – Nicht billig,
doch ich werde es jetzt versuchen.
Was bleibt mir übrig,
ich bin ganz fiebrig,
mein Arzt soll den Betrag abbuchen.

Nun quellen meine Augen,
es schwillt mir auch der Hals,
hollari, hollari, hollaro.
Der Arzt gab mir ne Spritze,
bald ist es mit mir aus,
hollari, hollari, hollaro.
Ich reagier – und wie! – auf Immuntherapie,
ich würd’ viel lieber sterben an ’ner Pneumonie!
Kein Licht erreicht die Augen,
null Luft passiert den Hals,
hollari, hollari, hollaro!

(L)

[In Erinnerung an die Comedian Harmonists: Mein kleiner grüner Kaktus]

(S)