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Melissenkissen

Posted in Gedicht bebildert with tags , , on 6. Dezember 2010 by (L)

Melissen-Kissen!
Du duftig-duftendes Melissen-Kissen!

Seit ich dich sah – da, wo du lagst nur da,
daß ich wußte, ich wußte ich mußte,
dich, du duft-duftend duftigstes aller Dufteln,
ich mußte dich kisseln.
Dich, dich dichtelstes dußtelstes, duftelndstes Kissen,
voller Melissen mußte ich dich kisseln!

Denn ich sah – ich saß da und sah nur da,
daß du da, da wo du da lagst,
saßt und kisselstest.
Und dieses dein Kisseln war so melissern,
so melissern dein Kissen vergißt und vermißt,
von mir, als ich fort war, hinfort gar,
nur dich sah, vergar,
in Träumen voll räumendem Duften, dich sah.

Ich weiß, wie heiß deine Melissen,
ich reiß wie weiß dein Kissen,
denn so melissiglich, so kissiglich
kannst nur du sein.
Und darum lisse ich dich,
misse mich nicht,
denn du, so melissiglich, sollst kisseln,
nicht misseln – nur melissern,
kissern, immerdar.

Ganz melissern bleibt das Melissen,
tief in mir, tief drin mir versisselt,
dieses Kisseln.
Du mein Melissen-Kissen.

(L)

(S)