Archiv für Natur

Herbstromantik

Posted in Fotografie betextet with tags on 22. November 2010 by (L)

Die letzten Blätterschaaren erheben
sich von den klammen Ästen und schweben
gen Süden, den Zugvögeln nach.

Und dürre Laubfamilien fegen
auf dunklen Straßen, huschen auf Wegen,
zur Nacht zwischen Feld und Asphalt.

Die Abendsonnenstrahlen nun weben
ein Netz durch Zweige, Wind läßt sie beben;
Ach, mir ist im Herbst einfach kalt.

(L)

(S)

Abendrot

Posted in Fotografie betextet with tags on 12. September 2010 by (S)

(S)

Die Wolken ziehen schnellen Schritts,
in ihrem Nebel ziehst du mit
und schneidest Wolken Stück für Stück,
du ziehst die Tropfen lang des Schnitts
und zielst damit,
die Wolken sollen Pfeile sein,
du spannst sie in den Bogen ein,
triffst in des Meeres Wogen rein,
die Fische beißen unter Pein,
mit Zähnen fein,
es beißt hinein die ganze Brut,
zerfetzt die Tropfen bis aufs Blut,
das sinkt und still am Grunde ruht,
und erst heraufkommt mit der Flut,
du braust den Sud
aus Wolken, Flut und Blut und Sand,
erhitzt ihn mit der Glut am Rand,
du schürst mit einer Hand den Brand
bis dass die Glut das Rot erfand,
in hohler Hand
hältst du den Sud den Wolken hin,
der Sud vernebelt ihren Sinn,
nun scheint ihr Wolkenblut darin,
und abendrosig zieh’n sie hin.

(L)

Mein kleiner Heuschnupfen

Posted in Gedicht bebildert with tags , , , on 18. Juli 2010 by (L)

Pollen im Garten,
so tausend Arten
von Birke, Hasel und auch Nessel.
Und ich bin heute
die beste Beute:
sie lassen meine Nase nässen!

Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro.
Ich will so gern nach draußen,
ich kann nicht aus dem Haus,
hollari, hollari, hollaro.
Und wenn ich’s mal versuche, dann kommt sogleich die Buche
und macht mit ihrem Blütenstaube Hausbesuche!
Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro!

Anti’stamine
verweigern Dienste
und wirken bei mir nicht die Bohne.
Ich weiß nicht weiter,
das ist nicht heiter,
denn jeder weiß: es geht nicht ohne!

Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro.
Ich will so gern nach draußen,
ich kann nicht aus dem Haus,
hollari, hollari, hollaro.
Und wenn ich’s mal versuche, dann kommt sogleich die Buche
und macht mit ihrem Blütenstaube Hausbesuche!
Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro!

Desensibili-
sierung? – Nicht billig,
doch ich werde es jetzt versuchen.
Was bleibt mir übrig,
ich bin ganz fiebrig,
mein Arzt soll den Betrag abbuchen.

Nun quellen meine Augen,
es schwillt mir auch der Hals,
hollari, hollari, hollaro.
Der Arzt gab mir ne Spritze,
bald ist es mit mir aus,
hollari, hollari, hollaro.
Ich reagier – und wie! – auf Immuntherapie,
ich würd’ viel lieber sterben an ’ner Pneumonie!
Kein Licht erreicht die Augen,
null Luft passiert den Hals,
hollari, hollari, hollaro!

(L)

[In Erinnerung an die Comedian Harmonists: Mein kleiner grüner Kaktus]

(S)