Archiv für heiter

Handschuh

Posted in Fotografie betextet with tags , on 22. Februar 2011 by (S)

(S)

Mir fehlt mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
mir fehlt mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf – hey!

Wenn du im Winter durch die Landschaft gehst
und dann ein blauer Fleck im Wind verweht:
Das ist mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
das ist mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf.

Ich wollte immer wissen:
wo geh’n die Kulis hin,
die Socken und Handschuhe,
die ich bei mir nicht find.
Die Frage aller Fragen
Verlust und Recycling,
Das Finden und das Suchen
ergab so wenig Sinn.

Ich ging zum Fundbüro hin,
denn die sind ja vom Fach,
man sagte mir nur höhnisch:
„Nun halt den Ball mal flach.
Das ist doch nur ein Handschuh,
drum mach hier nicht so’n Krach,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
ach je, dass ich nicht lach!“

Hey!

Da kamen mir die Zweifel,
ob ich’s aufgeben sollt,
der Handschuh war von Wolfskin,
und ich hab mich getrollt.
Die linke Hand ist blau nun,
vor Kälte und vor Schmerz,
so blau als wär noch immer
der Handschuh dran – welch Scherz.

Mir fehlt mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
mir fehlt mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf – hey!

Wenn du im Winter durch die Landschaft gehst
und dann ein blauer Fleck im Wind verweht:
Das ist mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
das ist mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf.

(L)

[Mit besten Grüßen an Die Kassierer: Das Leben ist ein Handschuh]

Weihnachten

Posted in Gedicht bebildert with tags , on 24. Dezember 2010 by (L)

Es blaut die Nacht, der Schnee fällt sanft,
mein Opa gibt mir lasch die Hand.
Wir sind drei Stunden hergefahren,
man merkt’s an Brüderchens Gebahren,
ganz dringend muss er jetzt auf’s Klo,
wo Oma sitzt, allein und froh.

Dort singt sie leise Weihnachtslieder,
dem Bruder zappeln schon die Glieder,
es hilft kein Klopfen und kein Rufen,
Papa nimmt Anlauf auf den Stufen
und tritt beherzt die Klotür ein,
von Oma kommt ein spitzes Schrei’n.

Und in der Stube, auf dem Sofa
starrt auf den dunklen Bildschirm Opa.
Ich helfe Mutter, decke Teller,
der Schnee im Garten fällt nun schneller,
und durch die Ritzen dringt ein Brausen,
Mama hat schon den Cognac draußen.

Papa heizt jetzt den Ofen vor
und schiebt die ganze Gans ins Rohr,
als Oma humpelt in die Küche
– die Hose hängt noch um die Knöchel –
und Opa knipst die Glotze an,
und Mutter setzt die Flasche an,

und Oma stolpert auf mich zu,
ich reiß die Messer weg im nu,
schlitz dabei Vaters Ärmel auf,
der brüllt, fasst auf den Ofen drauf,
die Glotze jault und Vater schreit,
die Nacht ist schön und ach… es schneit…

Zwei Stunden später ist’s, wir fahr’n,
mein Vater hält sich stumm den Arm,
im Fond schnarcht Mutter unter Rausch,
mein Bruder weint und schläft dann auch,
ich fahr uns sicher durch den Wald,
den Führerschein, den mach ich bald.

(L)

(S)

Drei Limericks für die Erdbeerprinzessin

Posted in Fotografie betextet with tags , , on 6. November 2010 by (S)


(S)

Die Erdbeerprinzessin von Incheon
ward vom König gekrönt mit nem Krönchen.
Alle liebten sie sehr,
doch der Kopf ward ihr schwer
als im Krönchen verfing sich ihr Föhnchen.

~

Die Erdbeerenpuppen von Masan,
die steckten im Spielautomaten;
der war wie ne Festung,
sie hofften auf Rettung,
durch nen Erdbeerenpflücker mit Spaten.

~

Ein Erdbeerenpflücker aus Dangjin
der liebte die Erdbeerprinzessin,
drum befreite er ihr
im Masan-Revier
alle Erdbeerenpuppen per Tastsinn.

(L)

Sinnloses zu Grabsteinen und Holztüren

Posted in Fotografie betextet with tags , on 14. Oktober 2010 by (S)

(S)

Bilden Sie mal einen Satz mit…

… Nonsens und Grabstein:

Der Sensemann zur Obernonne:
„Die Nonn sens ich ins Grab mit Wonne!
Und bist du sauer dann mit mir,
ich grabsch tein Hinterteil dafür.“

… Sinnvoll und Holztür:

„Herr Wirt, ich will noch gar nich weg,
die Kellnerinnen sinn voll nett.“
„Ich mach jetzt Feierabend hier,
drum holz tür selbst, willst du ein Bier.“

(L)

P.S.:
… Pervers:

Ich weiß, die Reime sind kein Brüller,
ich krieg per Vers auch keinen Heller.
Dies Wortspiel ist sogar kopiert –
ob Gernhardt jetzt im Grab rotiert?

Mein kleiner Heuschnupfen

Posted in Gedicht bebildert with tags , , , on 18. Juli 2010 by (L)

Pollen im Garten,
so tausend Arten
von Birke, Hasel und auch Nessel.
Und ich bin heute
die beste Beute:
sie lassen meine Nase nässen!

Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro.
Ich will so gern nach draußen,
ich kann nicht aus dem Haus,
hollari, hollari, hollaro.
Und wenn ich’s mal versuche, dann kommt sogleich die Buche
und macht mit ihrem Blütenstaube Hausbesuche!
Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro!

Anti’stamine
verweigern Dienste
und wirken bei mir nicht die Bohne.
Ich weiß nicht weiter,
das ist nicht heiter,
denn jeder weiß: es geht nicht ohne!

Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro.
Ich will so gern nach draußen,
ich kann nicht aus dem Haus,
hollari, hollari, hollaro.
Und wenn ich’s mal versuche, dann kommt sogleich die Buche
und macht mit ihrem Blütenstaube Hausbesuche!
Es tränen mir die Augen,
es kratzt in meinem Hals,
hollari, hollari, hollaro!

Desensibili-
sierung? – Nicht billig,
doch ich werde es jetzt versuchen.
Was bleibt mir übrig,
ich bin ganz fiebrig,
mein Arzt soll den Betrag abbuchen.

Nun quellen meine Augen,
es schwillt mir auch der Hals,
hollari, hollari, hollaro.
Der Arzt gab mir ne Spritze,
bald ist es mit mir aus,
hollari, hollari, hollaro.
Ich reagier – und wie! – auf Immuntherapie,
ich würd’ viel lieber sterben an ’ner Pneumonie!
Kein Licht erreicht die Augen,
null Luft passiert den Hals,
hollari, hollari, hollaro!

(L)

[In Erinnerung an die Comedian Harmonists: Mein kleiner grüner Kaktus]

(S)