Archive for the Fotografie betextet Category

Doppelgängerkiez

Posted in Fotografie betextet with tags on 14. April 2011 by (S)

(S)

Mein Nachbar von oben,
das ist Mister Bean,
die Straße hinunter
da wohnt dann die Queen;

Im Haus gegenüber
– das glaubt ihr mir nie –
lebt mit allen Kindern
die schöne Jolie.

Doch niemandem außer nur mir fällt das auf,
und auch Paparazzies, die bleiben hier aus.

Die Ähnlichkeit ist so
frappierend und klar,
wie könnt ihr das leugnen,
es ist nunmal wahr.

Auch Elvis hat drüben
’ne Wohnung für sich,
sein Collie, die Lassie,
beißt Postboten nicht.

Doch niemandem außer nur mir fällt das auf,
und auch Paparazzies, die bleiben hier aus.

Nur eines – ich weiß nicht,
wie kann das nur sein –
ich schau in den Spiegel
und seh es gleich ein:

Das ist nicht die Hepburn,
und nicht Kristen Bell…
Das Licht hier im Bad,
das ist einfach zu grell.

(L)

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Handschuh

Posted in Fotografie betextet with tags , on 22. Februar 2011 by (S)

(S)

Mir fehlt mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
mir fehlt mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf – hey!

Wenn du im Winter durch die Landschaft gehst
und dann ein blauer Fleck im Wind verweht:
Das ist mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
das ist mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf.

Ich wollte immer wissen:
wo geh’n die Kulis hin,
die Socken und Handschuhe,
die ich bei mir nicht find.
Die Frage aller Fragen
Verlust und Recycling,
Das Finden und das Suchen
ergab so wenig Sinn.

Ich ging zum Fundbüro hin,
denn die sind ja vom Fach,
man sagte mir nur höhnisch:
„Nun halt den Ball mal flach.
Das ist doch nur ein Handschuh,
drum mach hier nicht so’n Krach,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
ach je, dass ich nicht lach!“

Hey!

Da kamen mir die Zweifel,
ob ich’s aufgeben sollt,
der Handschuh war von Wolfskin,
und ich hab mich getrollt.
Die linke Hand ist blau nun,
vor Kälte und vor Schmerz,
so blau als wär noch immer
der Handschuh dran – welch Scherz.

Mir fehlt mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
mir fehlt mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf – hey!

Wenn du im Winter durch die Landschaft gehst
und dann ein blauer Fleck im Wind verweht:
Das ist mein blauer Handschuh,
aus Fleece ein blauer Handschuh,
das ist mein blauer Handschuh,
der taut im Frühling auf.

(L)

[Mit besten Grüßen an Die Kassierer: Das Leben ist ein Handschuh]

Die Betonbank

Posted in Fotografie betextet with tags on 31. Januar 2011 by (S)

(S)

Gegossen aus Beton die Bank,
steht dort wo es nur selten gießt,
im diesig-warmen Steppensand
und wartet drauf, dass etwas sprießt.

Kein Halm umspielt die Beine ihr,
kein Blatt kriegt sie zu sehen,
sehr selten kommt ein Mensch hier her
und wenn, dann bleibt er stehen.

Nur dann und wann kommt für Metall
und Glas und Andres einer an,
der setzt sich seufzend hin und dann
harrt mit der alten Bank ein Mann.

(L)

Die Küstenkatzenfee

Posted in Fotografie betextet with tags , on 14. Januar 2011 by (S)

(S)

Am Hafen wohnt die Katzenfee,
die hat zwei Flügel, klein und weiß,
springt hoch und weit, ganz wie ein Reh,
und pupst auch Sternchen noch im Kreis.

Die Küstenkatzen kennen sie
und beten zu ihr Tag und Nacht
denn diese Katzenfee ist die,
die zaubert frischen Fisches Fracht.

Jedoch ist sie nur rar zu sehn,
die Katzenfee, so gelb und weiß,
hängt lieber mit den andren Feen,
und baut den ganzen Tag nur Scheiß.

(L)

Mauerblümchen

Posted in Fotografie betextet with tags , , on 26. November 2010 by (S)

(S)

Und wieso schreibt keiner der Dichtenden
über das Mauerwerk selber? –
Das Blümchen gehört zu den Wichtigen,
das Blümchen ist schließlich auch gelber.

Die Mauer ist nur seine Trägersubstanz,
beim Blümchen will Lyrik verweilen,
der Mauer, der wünschen wir Vollredundanz,
steht sie uns doch nur für das Teilen.

Zwar ist sie uns manchmal als Einbruchsschutz recht,
doch Einbruchsgedanken sind hässlich,
drum macht diese Assoziation sie nur schlecht;
der blumige Reiz ist verlässlich.

Doch bald eines Tages, ich sag’s euch voraus,
da schwillt in den Mauern die Rache,
dann stürmen sie auf uns mit Tosen und Graus,
von Dichtern bleibt nur eine Lache.

Dann trampeln sie weiter, verwüsten mit Hohn,
auf lächerlich steinernen Füßchen;
Ach, wenn es so weit ist, so wünsche ich wohl,
die Mauern sie trügen dann Blümchen.

(L)

Herbstromantik

Posted in Fotografie betextet with tags on 22. November 2010 by (L)

Die letzten Blätterschaaren erheben
sich von den klammen Ästen und schweben
gen Süden, den Zugvögeln nach.

Und dürre Laubfamilien fegen
auf dunklen Straßen, huschen auf Wegen,
zur Nacht zwischen Feld und Asphalt.

Die Abendsonnenstrahlen nun weben
ein Netz durch Zweige, Wind läßt sie beben;
Ach, mir ist im Herbst einfach kalt.

(L)

(S)

Drei Limericks für die Erdbeerprinzessin

Posted in Fotografie betextet with tags , , on 6. November 2010 by (S)


(S)

Die Erdbeerprinzessin von Incheon
ward vom König gekrönt mit nem Krönchen.
Alle liebten sie sehr,
doch der Kopf ward ihr schwer
als im Krönchen verfing sich ihr Föhnchen.

~

Die Erdbeerenpuppen von Masan,
die steckten im Spielautomaten;
der war wie ne Festung,
sie hofften auf Rettung,
durch nen Erdbeerenpflücker mit Spaten.

~

Ein Erdbeerenpflücker aus Dangjin
der liebte die Erdbeerprinzessin,
drum befreite er ihr
im Masan-Revier
alle Erdbeerenpuppen per Tastsinn.

(L)